[Metallguss: Schmelzofen]

Unsere Nachbarin, Frau Vati, hat uns freundlicherweise ihren alten Vorwerk "Kobold"-Staubsauger überlassen. Dieser ist modular aufgebaut und man kann das Gebläse abmontieren.

Ofen mit Gebläse
Ofen mit Gebläse

Leider kann man die Leistung des Gebläses nicht vernünftig regulieren. Als Notbehelf wird eine Pappkarte auf den Ansaugstutzen gelegt.

Zuerst wurden Versuche mit einem einfachen Ofen aus YTONG angestellt, Fazit: Mit Holzkohle und einem Gebläse können locker über 1300 °C (weißgelbe Glut) erreicht werden. Sogar der Rost aus Baustahl auf dem die Kohlen lagen ist geschmolzen. Nur ein Kronkorken hat die Hitze überlebt. Der Ofen war nur 20 cm hoch, das hat sich aber schnell als zu klein erwiesen.

Der verbesserte Ofen besteht aus einem Gerüst aus 40x4 mm Flachstahl und 20x30x5 cm YTONG-Platten. Auf den Rost wurde verzichtet. Das YTONG ist erstaunlich robust und isoliert die Ofenhitze sehr gut. Allerdings bröckelt es mit der Zeit. Für den Bau des Ofens habe ich mir extra ein billiges Schweißgerät besorgt. Hier gibt es eine gute Anleitung zum Schweißen lernen. Jedenfalls hat sie mir sehr geholfen. Meine Schweißnähte sehen teilweise grausig aus aber sie halten erstaunlich fest.

Glut im Ofen
Blick in den Ofen. Das weißglühende ist
ein schmelzender Stahldraht.

Da der "Kobold" recht laut ist und obendrein viel zu viel Wind macht wurde alternativ ein Heißluftfön als Gebläse verwendet. Der Ofen wird mit normalem Kleinholz oder auch Holzkohle gefüllt. Das zu schmelzende Metall befindet sich in einem Tiegel auf einem Rost oberhalb davon. Dann wird oben alles mit alten Backsteinen o.ä. abgedeckt und der Ofen abgebrannt. Die Backsteine werden dabei glühend heiß (sie glühen gelb!) und man kann an z. B. Papier daran entzünden...

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- 2014 - Sebastian Schleith -
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